KI und Marketing: Neue Möglichkeiten und Kanäle für JTL-Shops
KI-Zusammenfassung
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Die Onlinewelt steht vor einem Umbruch, der so tiefgreifend ist, dass Experten ihn bereits mit der Einführung des Internets vergleichen. Das ist keine Zukunftsvision mehr – wir befinden uns mitten im Start einer neuen Marketing-Ära.
Diese Ära heißt Agentic Commerce. Hier übernehmen KI-Agenten nicht länger nur eine beratende Rolle, sondern handeln proaktiv und autonom im Namen der Konsumenten. Was genau hinter Agentic Commerce steckt und warum die KI vom passiven Helfer zum aktiven Akteur wird, haben wir in unserem letzten Beitrag sowie in unserem YouTube-Video ausführlich erklärt.
Für Dich als Shopbetreiber ändern sich die Spielregeln grundlegend: Nicht mehr Budget und Gebotsstrategien sind der erste Erfolgsfaktor, sondern die Qualität Deiner Produktdaten und die technische Architektur dahinter.
Ein Blick auf die aktuellen Experimente von Google und Co. zeigt: Werbeplätze in KI-Antworten werden voraussichtlich rar gesät sein. Daten werden künftig Deine Eintrittskarte, um überhaupt an diesem entstehenden Bieterverfahren teilnehmen zu dürfen. Das Budget wird am Ende zwar über den Zuschlag entscheiden, aber ohne perfekte Daten ist Dein Geld wirkungslos, da die KI Deinen Shop technisch gar nicht erst ‚sehen‘ oder validieren kann.
Da dieser Wandel rasant voranschreitet und viele Details noch im Entstehen sind, geben wir Dir in diesem Beitrag einen ersten strategischen Ausblick. Wir zeigen anhand aktueller Beispiele, wie KI bereits heute bestehende Marketingkanäle verändert – und welche völlig neuen Werbeumfelder gerade entstehen.
Quelle: Google
Die Evolution
Aufwertung vorhandener Kanäle
Die KI-Transformation beschränkt sich nicht nur auf neue Technologien; sie dringt tief in bestehende Ökosysteme ein. Dies zeigt sich nirgends deutlicher als bei Google.
Google AI Max ist eine Suite von KI-gestützten Funktionen, die in bestehende Suchkampagnen integriert wird und darauf abzielt, die Effektivität von Kampagnen deutlich zu steigern. AI Max bündelt die besten KI-Funktionen von Google, um Reichweite, Relevanz und Performance zu maximieren:
1. Intelligente Suchbegriff-Erweiterung (KI-Keywords):
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Die KI nutzt Broad Match und Keywordless-Technologie, um neue, relevante Suchanfragen zu erschließen, die bisher nicht durch hinterlegte Keywords abgedeckt wurden.
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Ziel ist es, über das reine Keyword-Matching hinauszugehen und die Nutzerabsicht zu antizipieren – also vorherzusagen, was Nutzer als Nächstes benötigen könnten.
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Dies ermöglicht die Erfassung selbst komplexer oder ungewöhnlicher Suchfragen und hilft dabei, ungenutztes Volumen, etwa in Nischenmärkten, zu erschließen.
2. Automatische Anzeigentexte (Creative-Optimierung):
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Die Gemini-Modelle generieren selbstständig Anzeigentitel und Beschreibungen in Echtzeit, die auf die jeweilige Suchanfrage zugeschnitten sind.
3. Dynamische Zielseitenwahl (Final URL Expansion):
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AI Max wählt automatisch die passendste Unterseite auf der Website des Werbetreibenden aus, wenn diese für die spezifische Suchanfrage relevanter ist als die hinterlegte Kampagnen-URL.
Die Einführung von AI Max beweist, dass bestehende Marketing-Kanäle durch KI-Logik neu definiert werden. Der Fokus liegt nun auf der Antizipation komplexer Nutzerintentionen und der Automatisierung kreativer Assets. Dieser Wandel hin zur intentions-basierten Steuerung wird nicht bei Google stoppen; es ist davon auszugehen, dass große Plattformen wie Meta oder Amazon ihre Targeting-Strategien ebenfalls anpassen werden. Doch dies ist nur die Evolution; die eigentliche Revolution beginnt dort, wo die KI-Antwort selbst zur Werbefläche wird.
Die Revolution
Die Entstehung neuer Marketing-Kanäle
Die KI-Transformation führt zur Entstehung völlig neuer Werbeumfelder. Die Werbung verlagert sich von der statischen Linkliste direkt in die KI-generierte Antwort. Hier zwei aktuelle Beispiele:
1. Google SGE: Werbung im AI Overview
Die Search Generative Experience (SGE) liefert AI Overviews prominent oberhalb der klassischen Ergebnisse. Google hat begonnen, direkt am Ende dieser KI-Antworten gesponserte Suchergebnisse zu platzieren. Für Shopbetreiber bedeutet das, dass explizite Produktdaten (Preise, Bestand, etc.) Pflicht sind, da Google diese im begrenzten Raum unter den KI-Antworten bevorzugt ausspielt.
2. Konversations-KIs: High-Intent-Platzierungen
Die KI Perplexity nutzt Sponsored Follow-up Questions. Die KI generiert die Frage selbst, und die Marke bezahlt für die thematisch passende Werbefläche. Auch Elon Musks KI-Chatbot Grok integriert Werbung direkt in seine vorgeschlagenen Lösungen. Dies eröffnet einen neuen High-Intent-Werbekanal und kann in der Zukunft für Werbetreibende durchaus relevant werden.
Quelle: Perplexity
Wichtig für Dich als Händler: Aktuell testen die Anbieter noch verschiedene Darstellungen, aber eines zeichnet sich ab: Im Gegensatz zur klassischen Google-Suche ist der Platz in einer KI-Antwort extrem begrenzt. Statt zehn blauer Links wird es oft nur eine passende Lösung geben.
Das bedeutet für die Zukunft: Diese Anzeigenplätze werden knapp und begehrt sein. Sobald diese Kanäle für die breite Masse öffnen, ist davon auszugehen, dass die Klickpreise für diese High-Intent-Platzierungen entsprechend hoch sein werden. Wer dann Budget investiert, muss sicherstellen, dass der Schuss sitzt. Unsaubere Daten führen hier nicht nur zu schlechterer Performance, sondern verbrennen in diesem künftigen Premium-Umfeld teures Budget.
Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend schnell auf alle großen Modelle wie ChatGPT und Google Gemini ausweiten wird. Für diese Plattformen sind Werbeanzeigen keine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit. Wie Perplexity selbst schreibt, sind Abonnements allein nicht ausreichend, um ein robustes, kostendeckendes Geschäftsmodell zu gewährleisten. Werbung ist der beste Weg, eine stetige und skalierbare Einnahmequelle zu sichern.
Diese Entwicklung wird besonders relevant im Kontext von Agentic Commerce. Wenn die gesamte Customer Journey im KI-Chat stattfindet (Stichwort: Instant Checkout), wird das Werben dort zu einem verlässlichen Weg der Kundengewinnung.
Vom Anschlussverlust zum Vorsprung
Die Zukunft der Sichtbarkeit
Der Wandel hin zur KI-gesteuerten Suche ist unvermeidlich, aber vor allem eine große Chance.
Der Erfolg wird künftig von der Balance aus Budget-Power und Daten-Exzellenz abhängen. Wenn die Werbeplätze in KI-Antworten so begrenzt bleiben wie in den aktuellen Tests, wird Marketing zum absoluten Effizienz-Spiel.
Die Entstehung dieser neuen Kanäle beweist: Saubere, strukturierte Daten sind die strategische Basis, um Dein Budget in Zukunft zu schützen. Nur wenn die Daten stimmen, kann die KI Dein Produkt korrekt matchen. Wer diese Grundlage jetzt schafft, stellt sicher, dass er bereit ist, sobald die neuen Werbeformate den Beta-Status verlassen.
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Da die genauen Regeln und Protokolle für die neuen Werbeumfelder noch im Entstehen sind, halten wir Dich selbstverständlich auf dem Laufenden. Wir beobachten diese Entwicklungen, passen unsere technischen Lösungen an die sich entwickelnden Standards an und stehen Dir jederzeit für eine strategische Beratung zur Seite.
Häufig gestellte Fragen zum Thema
Kann ich aktuell schon Werbung in ChatGPT oder Perplexity schalten?
Während Formate wie Google AI Max bereits verfügbar sind und bestehende Kampagnen optimieren, befinden sich native Anzeigen in reinen KI-Chats (wie ChatGPT oder Perplexity) meist noch in der Testphase (Beta) oder sind auf den US-Markt beschränkt. Die Entwicklung ist jedoch rasant. Wir empfehlen, jetzt die Datengrundlage zu schaffen, um sofort startklar zu sein, sobald diese Kanäle in Deutschland für die breite Masse öffnen.
Wird Werbung in KI-Antworten teurer als klassische Google Ads?
Davon ist auszugehen. Da der Platz in einer KI-Antwort (oft nur eine einzige Lösung) deutlich knapper ist als auf einer Suchergebnisseite mit zehn Links, wird der Wettbewerb um diese Plätze härter. Das führt voraussichtlich zu höheren Klickpreisen. Gleichzeitig ist die Kaufabsicht (High-Intent) bei diesen Nutzern jedoch oft höher, was die Investition effizienter machen kann – vorausgesetzt, Deine Datenqualität stimmt.
Was muss ich in meiner JTL-Wawi konkret tun, um vorbereitet zu sein?
Der Fokus liegt auf strukturierten Daten. Sorge dafür, dass Deine Artikel nicht nur textlich beschrieben sind, sondern harte Attribute und Merkmale gepflegt sind (z. B. Material, Farbe, Größe, technische Spezifikationen). Nur wenn diese Merkmale in der JTL-Wawi sauber hinterlegt sind, können KIs und Algorithmen Dein Produkt zweifelsfrei identifizieren und als passende Lösung vorschlagen.
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